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Palmsonntag
Feierlicher Beginn der Karwoche
palmsonntag
Bild: pixabay.com

Der Palmsonntag, der Sonntag vor Ostern, ist der letzte Sonntag in der Fastenzeit. Mit ihm beginnt nach der Darstellung der Evangelien die Geschichte von Jesu Leiden und Sterben – und damit auch der einzige größere Abschnitt, den alle vier Evangelien grundsätzlich gleich erzählen.

Am Palmsonntag zieht Jesus nach Jerusalem ein. Das Ende seines Weges führt ihn in die Hauptstadt des damaligen Israel, die nicht nur ein politisches, sondern vor allem ein theologisches Zentrum war. In Jerusalem bündelt sich die Hoffnung auf Heil und auf die Gegenwart Gottes. Dort, auf dem Zionshügel, erwartete man die Herrschaft Gottes am Ende aller Tage.

In diese Stadt also zieht Jesus ein, und er tut dies unter großer Beteiligung des Volkes, in aller Öffentlichkeit und für alle sichtbar. Er reitet auf einem Eselsfüllen, das zwei seiner Jünger für ihn gefunden hatten. Dass er das vorausgesehen hat, zeigt seine Souveränität. Das Volk jubelt ihm zu und schwenkt Palmzweige (daher der Name des Sonntags), auf seinen Weg streuen sie ihre Kleider. Man begrüßt ihn als König, dem man Ehre bezeugt. »Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn!« rufen sie (Matthäus 21,9).

Diese ganze Szene hat in der kirchlichen Tradition große Bedeutung. Vor allem in der katholischen Kirche wird an diesem Tag der Einzug Jesu mit einer Prozession oder in ähnlicher Form nacherlebt. Aber auch für einen Familiengottesdienst mit vielen Kindern ist die Geschichte gut geeignet – und erinnert dann schon fast an ein weihnachtliches Krippenspiel.

Der Palmsonntag erscheint so als ein großes Fest, bevor die Geschichte immer trauriger wird und Jesus in den Tod geht. In den folgenden Tagen führt er eine Reihe von Streitgesprächen mit seinen Gegnern, in denen er sich durchweg als überlegen erweist; er reinigt den Tempel von Händlern und Geldwechslern, um ihn wieder seinem eigentlichen Zweck, der Anbetung Gottes, zuzuführen; und er offenbart schließlich seinen Jüngern die Vision von den Zeiten des dereinst kommenden Weltgerichts.

Danach beginnt mit dem letzten Mahl mit seinen Jüngern – was wir an Gründonnerstag feiern – das Leiden und Sterben Jesu (an Karfreitag), bevor die Geschichte an Ostern mit der Botschaft vom leeren Grab, mit der Auferstehung letztlich doch gut und ausgesprochen hoffnungsvoll endet. 

Michael Ebersohn

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