Gottes Hilfe erfahren
waldhuette
Bilder: Pixabay.com; Stadtkirchengemeinde Hanau

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

best trusheim dorotheaes ist Sommer. Endlich. Ja sicher, manchmal war es gleich wieder zu heiß, besonders das Auf und Ab der Temperaturen machte ihr zu schaffen, aber die Sonne tat ihr gut, die Helligkeit am Morgen, das Licht am Abend. Laue Sommernächte – herrlich! Sie liebte den Sommer. Die Menschen erschienen ihr freundlicher, grüßten, lächelten. Sommer, das verband sie auch mit freier Zeit. Früher in der Schule gab es im Sommer die längsten Ferien des ganzen Jahres, sechs Wochen. Manchmal waren sie ihr echt lang erschienen. Heute genießt sie diese freien Wochen, das Leben verläuft irgendwie langsamer, ruhiger. Und die Urlaubstage im Sommer tun gut. Freie Tage, freie Zeiten ohne den üblichen Stress, ohne die übliche Hektik – einfach nur abschalten. Im Ferienhaus ist Zeit dazu.

Endlich angekommen wird das Haus erkundet, ausgepackt und eingeräumt. Sie braucht das, um sich heimisch zu fühlen, anzukommen, da zu sein. Dann geht es raus, die Gegend erkunden. Das Haus liegt inmitten von Bäumen auf einer kleinen Lichtung, der nächste Nachbar ist nicht zu sehen, aber auf dem Weg zum Haus hat sie gesehen: Es gibt ihn. Die Kinder toben auf der Wiese herum. Die lange Anreise hat ihren Bewegungsdrang ins Unermessliche wachsen lassen. Die Erwachsenen trinken Kaffee, reden, lesen. Später muss noch eingekauft werden.

Die Tage vergehen mit Spiel und Spaß, dem ein oder anderen Missverständnis und seiner Klärung, ein paar Besichtigungen. Und immer wieder setzt sie sich hin, lässt den Gedanken freien Lauf, schaut den Wolken im Himmel zu, so wie sie es früher als Kind gemacht hat.

Wie schön es hier ist, wie ruhig, wie gut. Wie viel Gutes hat sie in ihrem Leben erfahren. Eine Familie, die sie liebt und die sie lieben. Freunde, die sie begleiten. Ihre Mutter ist früh gestorben, und doch hat sie in der Zeit ihres Sterbens ihren Mann und ihre beste Freundin kennengelernt. Mit ihrer Schwester musste sie brechen, es ging nicht anders. Aber sie hat Freundinnen, die ihr nahe stehen, die da sind, wenn sie sie braucht, die sie stützen und stärken, wann immer sie die Trauer über den Verlust überschwemmt. Als Kind hatte sie gedacht: Gott hat was Besonderes mit mir vor! Heute würde sie es so nicht mehr formulieren, heute weiß sie: Gott steht ihr bei. Gott hat sie gut durch ihr Leben geführt!

Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein. (Apostelgeschichte 26,22)

Der Sommer ist eine gute Zeit, sich zu erinnern, sich bewusst zu machen was war, was ist und was sein soll.

Gott hat sie gut durch ihr Leben geführt! Nun hofft sie, dass er es auch weiter tut. Wenn die Kinder ihre eigenen Wege gehen, das Alter seinen Tribut fordert, der alternde Körper das Leben beschwerlicher macht und einschränkt. Wenn Freunde sterben.

Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein. (Apostelgeschichte 26,22)

Mit dem Monatsspruch für August grüßt Sie herzlich

Ihre

Pfarrerin Dorothea Best-trusheim

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