Ihr Kind möchte / Du möchtest konfirmiert werden?
Das ist schön!
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Bild: T. v. Collas, Hanau

Denn das ist ein großer Schritt Richtung Erwachsen-Sein. Früher endete mit der Konfirmation die Schul- und damit die Kinderzeit. Das ist heute zwar anders, aber trotzdem ist das Alter um die 14 für viele eine Zeit des Umbruchs. Die Konfirmandenzeit möchte dabei eine Hilfe sein.

Konfirmation ist Bestätigung, Bestätigung des eigenen Glaubens, Bestätigung des Angebots Gottes an uns Menschen, Bestätigung aber auch des Weges, den Eltern und Paten in der Taufe stellvertretend für ihr Kind eingeschlagen haben.

Wenn es auf die Konfirmandenzeit zugeht, stellen sich jedoch zunächst ganz andere, praktische Fragen:


Die Konfirmandenzeit dauert je nach Gemeinde ein bis anderthalb Jahre. Am Anfang steht ein Gottesdienst zur Aufnahme der neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden. Ab diesem Tag sind die Jungen und Mädchen offiziell in ihr Amt als Konfirmandinnen und Konfirmanden eingeführt.

Schon vorher wird zu einem Anmeldungsabend eingeladen. Dazu sollten alle diejenigen kommen, die im nächsten Jahr konfirmiert werden möchten – und außerdem deren Eltern oder jedenfalls ein Elternteil. So kann man sich schon einmal kennen lernen und vor allem die Termine für die gesamte Konfirmandenzeit abklären, Fragen stellen, Wünsche äußern. So weiß von Anfang an jeder, worauf er sich einlässt. In einer der ersten Konfirmandenstunden erhalten dann alle einen kompletten und verbindlichen Terminplan bis zur Konfirmation.

An Dokumenten benötigen Sie die Geburts- und die Taufurkunde (falls vorhanden) – am besten das Familienstammbuch, denn da ist normalerweise alles drin. Die Pfarrerin oder der Pfarrer benötigen dann einen Anmeldebogen, ausgefüllt und (von den Eltern) unterschrieben. Das hat auch versicherungsrechtliche Gründe und ist unter anderem Voraussetzung für die Gewährung von Schulfreiheit bei Konfirmandenfahrten (dazu unten mehr). Umgekehrt bezeugt das auch, dass klar ist, was alles zur Konfirmandenzeit hinzugehört und dass es erforderlich ist, an allen Teilen der Konfirmandenzeit teilzunehmen.

Ähnlich wie bei anderen Amtshandlungen der Kirche (Taufen, Trauungen, Beerdigungen) ist in der Regel der Pfarrer oder die Pfarrerin zuständig, in dessen/deren Bezirk man wohnt. Alles andere ist Vereinbarungssache.

Teilen Sie bitte rechtzeitig und am besten schon bei der Anmeldung etwaige Besonderheiten mit, zum Beispiel wenn Ihr Kind – was heute ja sehr verbreitet ist – an einer Allergie leidet.

Selbstverständlich ist die Dauer der Konfirmandenzeit und das Verfahren der Anmeldung in jeder Kirchengemeinde ein wenig anders. Erkundigen Sie sich doch einfach beim zuständigen Pfarramt und / oder halten Sie die Augen auf für Ankündigungen der Kirchengemeinde in der Presse und Gemeindebrief.


Die Konfirmandenzeit ist ein Prozess, der eine bestimmte Zeit dauert und in verschiedenen Phasen verläuft. Deshalb ist es wichtig, dass alle an allen Phasen teilnehmen.

Wichtig ist dabei neben der Auseinandersetzung mit sich und seinem Glauben auch das Erleben innerhalb der Gruppe und dass eine Gemeinschaft entsteht. Dies gehört untrennbar mit zu den Erfahrungen hinzu, die die Konfirmandenzeit ausmachen.

Die Konfirmandenzeit hat normalerweise mehrere Elemente:

  • Die wöchentliche Konfirmandenstunde (der »klassische« Konfirmandenunterricht) – meistens dienstags oder donnerstags. Dabei steht die Arbeit an Themen und Texten im Vordergrund.
  • Mehrere Konfirmandentage (drei bis fünf) – samstags am Nachmittag. Dabei können umfangreichere Themen am Stück bearbeitet werden. Außerdem sind alle viel ausgeruhter als nach einem langen Schultag.
  • Konfirmandenfahrten – wir machen in der Kreuzkirche normalerweise zwei Freizeiten von je drei Tagen (dazu gibt es schulfrei) und ein oder mehrere Ganztagsausflüge, zu diakonischen Einrichtungen, zum Friedhof oder einfach nur zum Spaß.
  • Der sonntägliche Gottesdienstbesuch – wie oft, muss jeder für sich selbst entscheiden. Allerdings soll man ja wissen, worum es in der Kirche und im Gottesdienst geht und dazu muss man ihn kennen! Hin und wieder nehmen die Konfirmandinnen und Konfirmanden auch schon aktiv am Gottesdienst teil, indem sie Schriftlesung oder Fürbitten übernehmen.  
  • Ein Vorstellungsgottesdienst, den die Konfirmandengruppe selbst erarbeitet und hält. Sie stellt sich damit selbst vor und verantwortet Inhalte und Durchführung des Gottesdienstes eigenständig.
  • In manchen Gemeinden gibt es noch verschiedene Aufgaben, die das Konfirmandenamt traditionellerweise mit sich bringt, z. B. das Austragen des Gemeindebriefes.  
  • Schließlich gibt es einige Abende mit Eltern und Konfirmandinnen und Konfirmanden. Dies kann manchmal auch gesellig werden und dient nicht nur der Mitteilung von Informationen.

Die Konfirmation schließt die Konfirmandenzeit mit einem festlichen Gottesdienst ab. Anders als der Vorstellungsgottesdienst ist dies ein Gottesdienst für die Konfirmandinnen und Konfirmanden. Die Gemeinde feiert sie.

Im Zentrum steht die Einsegnung, die eigentliche Konfirmation. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden knien dazu. Dabei wird auch der Konfirmationsspruch verlesen, den sie sich vorher ausgesucht haben. Er steht auch auf der Urkunde, die sie anschließend erhalten. Mit dem Gottesdienst verbunden ist die Feier des Abendmahls. Jedoch muss das für die Konfirmandengruppe nicht das erste Abendmahl sein – oft findet eine Freizeit zu diesem Thema statt, bei dem dann natürlich Abendmahl gefeiert wird. Das Abendmahl im Konfirmationsgottesdienst ist aber Zeichen der Gemeinschaft über die Konfirmandengruppe hinaus.Nach dem Gottesdienst ist Zeit und Gelegenheit für Gratulationen und für ein Gruppenfoto (auf dem die Gesichter wesentlich entspannter sind als vor dem Gottesdienst). Der Termin der Konfirmation ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich, meist im April oder im Mai.


Die Voraussetzungen für die Konfirmandenzeit sind zunächst einmal:

  • Interesse an der Sache und an der Gemeinschaft mit anderen - Selbstverständlich geht es um christliche Themen, um Traditionen und biblische Geschichten. Hin und wieder wird auch etwas auswendig gelernt (wobei das längst nicht mehr den Stellenwert hat wie früher). Oft ist es aber auch gerade das Verhalten innerhalb der Gruppe, der Umgang miteinander und mit anderen, das christliche Themen und Werte deutlich macht.
  • Die Bereitschaft, sich auf einen etwa einjährigen Prozess einzulassen - Lehrreich und bewegend ist oft gerade die Entwicklung, die die Gruppe und auch die einzelnen innerhalb der Gruppe im Verlauf des Jahres durchmachen. Deshalb gehören alle die verschiedenen Teile der Konfirmandenzeit zusammen und es kann nur schwer etwas fehlen. Das bedeutet, dass während der Konfirmandenzeit im Konfliktfall andere Interessen und Beschäftigungen (z. B. Sportvereine) zurückstehen müssen.
  • Spaß, Humor, Spontaneität und Kreativität - Denn natürlich ist die Konfirmandenzeit keine nur bierernste Sache. Da wird auch gelacht, gescherzt, gesungen, gemalt, ...

Die – sozusagen – dinglichen Voraussetzungen sind: eine Bibel (Gute Nachricht von 1997 oder Luther-Bibel von 1984, je nach Vereinbarung), ein Evangelisches Gesangbuch (EG, kurhessische Ausgabe, kann auch von der Gemeinde gestellt werden) und natürlich Heft und Stifte usw.Übrigens: Der Kleine Katechismus Martin Luthers – wenn er denn gebraucht wird – ist im Gesangbuch abgedruckt (EG 806).


Natürlich ist es kein Problem, wenn ein Konfirmand oder eine Konfirmandin noch nicht getauft sind. Das geschieht dann im Verlauf der Konfirmandenzeit, wann genau ist Vereinbarungssache. Immerhin ist das ja eine Gelegenheit, in der Konfirmandengruppe ausführlich über das Thema Taufe zu reden.

Genau genommen ist dies sogar die ursprüngliche Form des Beitritts zur christlichen Gemeinde. Denn der setzt den Glauben und der Glaube wiederum eine gewisse Kenntnis und Urteilsfähigkeit voraus. So gesehen ist die Konfirmandenzeit ohnehin nachgeholter Taufunterricht und die Konfirmation selbst im Grunde überflüssig. Doch dann würde ja die schöne festliche Feier entfallen ... An anderer Stelle in unserer Homepage finden Sie noch mehr zum Thema Taufe, einiges zur Erwachsenentaufe (was die Konfirmandentaufe ja eigentlich ist), und einige theologische Hintergründe zum Thema Taufe.


Umzüge sind immer eine bewegende Sache im Kreise der Familie. Da gibt es viel zu tun und reichlich Neues.

Neben dem Schulwechsel kann dadurch auch ein Wechsel der Konfirmandengruppe nötig werden. Wie das geht, wann das sein kann und wie die Integration in eine schon bestehende Gruppe möglich ist, das lässt sich alles in einem Gespräch mit der zuständigen Pfarrerin oder der zuständigen Pfarrer klären. Gemeinsam wird dann eine Lösung gefunden werden. Das gilt entsprechend natürlich auch für andere »Sonderfälle«, beispielsweise für Kinder, die ein Internat besuchen.

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